Die Wesseling Vermins haben sich zum Auftakt des Play-off-Halbfinals einen wichtigen Auswärtssieg gesichert. Nach dem 10:5 in einem dramatischen ersten Spiel mit Extra-Innings mussten sie sich den Stuttgart Reds im zweiten Duell knapp mit 3:4 geschlagen geben. Damit kommt die Best-of-Five-Serie beim Stand von 1:1 nach Wesseling und die Entscheidung um den Einzug ins Finale fällt am kommenden Wochenende.
Nach dem erfolgreichen Viertelfinale gegen Regensburg – über das wir bereits in unserem Artikel „Playoffs 2026 – Vermins ziehen ins Halbfinale ein: nun wartet Stuttgart“ berichtet hatten – wartete mit den Stuttgart Reds der erwartet starke Gegner.
Spiel 1: Sechs Runs im Extra-Inning
Die Vermins erwischten den besseren Start. Milena Ernst eröffnete die Partie mit einem Single, brachte sich mit zwei Stolen Bases bis an die dritte Base und erzielte nach einem Double von Jana Sistig das frühe 1:0. Stuttgart antwortete jedoch umgehend durch ein RBI-Triple von Annie Stepniak.
Bis zum fünften Inning blieb es beim 1:1, ehe Mara Lagler mit einem Two-Run-Single zwei Läuferinnen nach Hause brachte. Ein weiterer Run im sechsten Inning erhöhte die Führung auf 4:1. Stuttgart schlug allerdings zurück und glich noch im selben Spielabschnitt zum 4:4 aus.
Nachdem im siebten Inning keine Entscheidung gefallen war, ging es in die Verlängerung. Dort erhöhten die Vermins noch einmal den Druck. Mit aggressivem Baserunning, konsequentem Small Ball und einem Two-Run-Double von Lisa Schwartz erzielten sie im achten Inning sechs Runs. Alle sechs Runs waren unearned, die insgesamt vier Stuttgarter Errors wurden in dieser entscheidenden Phase konsequent bestraft.
Stuttgart konnte im Nachschlag nur noch einen Run erzielen. Damit ging Spiel 1 nach acht Innings mit 10:5 an die Vermins. Wesseling gewann trotz eines Hit-Verhältnisses von 8:11. Fünf Walks, sieben Stolen Bases und die konsequente Nutzung der gegnerischen Fehler machten den Unterschied.
Spiel 2: Frühe 3:0-Führung reicht knapp nicht
Auch im zweiten Spiel kamen die Vermins gut in die Partie. Singles von Jana Sistig und Lisa Schwartz sowie ein Fehler der Reds brachten im zweiten Inning die ersten beiden Runs. Im dritten Durchgang legte Wesseling nach: Katharina Szalay erreichte mit einem Single die Base, stahl die zweite Base und rückte nach einem Sacrifice Bunt von Milena Ernst weiter vor. Sarissa Block brachte sie anschließend per Sacrifice Fly zum 3:0 nach Hause.
Gegen Stuttgarts US-Pitcherin Sophia Moshos zeigten die Vermins damit früh, dass sie auch gegen das starke Import-Pitching ihre Chancen erarbeiten und Runs erzielen können. Drei Runs – davon zwei earned – und vier Hits standen am Ende gegen Moshos zu Buche.
Stuttgart antwortete jedoch noch im dritten Inning. Nach einem Leadoff-Double von Laura Hartmann verkürzten die Reds zunächst auf 1:3, ehe ein Two-Run-Double von Alia Petzold den Ausgleich brachte. Im vierten Inning brachte Hartmann mit einem RBI-Single Hope Cornell zum entscheidenden Run zum 4:3 nach Hause.
Danach fand Wesseling offensiv nicht mehr entscheidend zurück ins Spiel. Moshos ließ nach der frühen Führung nur noch einen weiteren Hit zu und beendete die Partie mit sieben Strikeouts und ohne Walk. Trotz einer fehlerfreien Defensivleistung mussten sich die Vermins nach nur 82 Minuten knapp geschlagen geben.
Das mögliche Wiedersehen mit Moshos
Die Pitching-Regel könnte auch beim Rückspielwochenende eine wichtige Rolle spielen. Nach der Durchführungsverordnung der Softball-Bundesliga dürfen in den ungeraden Spielen einer Play-off-Serie – also in Spiel 1, 3 und gegebenenfalls 5 – nur deutsche Pitcherinnen eingesetzt werden. In Spiel 2 und 4 darf dagegen jeweils eine ausländische Pitcherin ohne Begrenzung der Innings pitchen.
Damit kann Stuttgart Sophia Moshos am Samstag in Spiel 4 erneut einsetzen. Spiel 2 hat allerdings auch gezeigt, dass die Vermins gegen die US-Amerikanerin keineswegs chancenlos sind. Wesseling führte bereits mit 3:0 und brachte Moshos zumindest in der Anfangsphase deutlich unter Druck. Entscheidend wird sein, diesen offensiven Ansatz über die gesamte Partie aufrechtzuerhalten.
Die vollständige Regelung findet sich in der DBV-Bundesspielordnung 2026, Anhang 19, Artikel 10.2.03.
Halbfinale zwei: Neunkirchen legt vor
Im zweiten Halbfinale haben sich die Neunkirchen Nightmares bereits eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Gegen die Freising Grizzlies gewann Neunkirchen die ersten beiden Spiele mit 9:1 und 7:4 und führt die Best-of-Five-Serie damit 2:0. Freising benötigt am kommenden Wochenende drei Siege, um das Finale noch zu erreichen.
Die nächsten Spiele in Wesseling
- Spiel 3: Samstag, 12. September 2026, 13:00 Uhr
- Spiel 4: Samstag, 12. September 2026, 15:30 Uhr
- Spiel 5 – falls erforderlich: Sonntag, 13. September 2026, 13:00 Uhr
Beim Serienstand von 1:1 werden Spiel 3 und Spiel 4 auf jeden Fall ausgetragen. Gewinnt ein Team beide Samstagsspiele, steht es im Finale. Bei einem weiteren Split fällt die Entscheidung am Sonntag in Spiel 5.
Die Halbfinalspiele im Vermins-Livestream
Wer nicht vor Ort dabei sein kann, muss auf die Spiele nicht verzichten: Für beide Samstagsspiele sind bereits Livestreams auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Wesseling Vermins angelegt. Die Übertragungen werden wieder mit dem mittlerweile sehr guten Overlay sowie verbessertem Bild und Ton produziert.
- Spiel 3: Wesseling Vermins gegen Stuttgart Reds im Livestream
- Spiel 4: Wesseling Vermins gegen Stuttgart Reds im Livestream
- Vermins-YouTube-Kanal und möglicher Stream zu Spiel 5
Ein eigener Link für ein mögliches fünftes Spiel ist aktuell noch nicht veröffentlicht. Neuigkeiten und der Stream werden gegebenenfalls über den YouTube-Kanal der Vermins bekannt gegeben.
Spiel 1 und 2 noch einmal ansehen
- Re-Live Spiel 1: Stuttgart Reds – Wesseling Vermins 5:10
- Re-Live Spiel 2: Stuttgart Reds – Wesseling Vermins 4:3
- Offizieller Boxscore Spiel 1
- Offizieller Boxscore Spiel 2
Jetzt kommt die Serie nach Wesseling. Unterstützt die Vermins am Samstag vor Ort oder verfolgt die Entscheidung live auf YouTube!